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Was haben Jesse Schell und Elizabeth Gilbert gemeinsam?

Inspiration, Mut und Muse für alle kreativ Schaffenden unter uns

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Kreativität. Ohne Frage ihr Kreuzungspunkt, denn ihre Leben könnten verschiedener kaum sein.

Jesse Schell ist Professor für Game Design, CEO von Schell Games, und… ein Nerd. Das schreit einem ins Gesicht, wenn man ihn bei einem Talk auf der Bühne sieht, seine Art zu sprechen, seine Mimik, Bewegungen (hier auf der DICE 2010). Schell ist außerdem Autor von „Die Kunst des Game Designs“, ein weiterer Kreuzungspunkt, denn:

eatprayloveElizabeth Gilbert ist Autorin und berührt von einer Kraft, mit der nur wenige Menschen gesegnet sind. Ohne überladen oder affektiert zu wirken, greift ihre Ausstrahlung ganz natürlich um sich, bindet den Gesprächspartner. Die Thematik ihrer Bücher reizt mich persönlich eigentlich nicht. Trotzdem habe ich 2010 „Eat Pray Love“ gelesen. Das lag weniger daran, dass der Titel seinerzeit ein Bestseller war (obwohl ich es deshalb aus Langeweile in der Buchhandlung in die Hand nahm), sondern viel mehr an seiner Wirkung: nach etwa 10 Minuten einlesen war ich von Gilberts Worten und Schreibweise mit positiver Energie geladen. Das Buch macht glücklich, schenkt Mut.

Aber was haben Jesse Schell und Elizabeth Gilbert nun wirklich gemeinsam?


Die für mich essentielle Gemeinsamkeit diktierte auch den Untertitel des Beitrags – „Inspiration, Mut und Muse für alle kreativ Schaffenden unter uns“, Jesse Schell wie auch Elizabeth Gilbert reichen dieses Geschenk weiter durch eine recht ausgefallene Sicht auf Kreativität, Muse und Inspiration, die ihre Wurzeln in der Antike hat.

Elizabeth Gilbert zur Herkunft ihrer Inspiration

Nehmt euch die 19 Minuten Zeit und schaut euch an, wie Elizabeth Gilbert ihre Ansicht zu Inspiration und ihrer Muse darlegt, wie oben bereits erwähnt, sie ist eine bewegende Rednerin, und wenn euch dies nicht reicht um 20 Minuten zu opfern, ihr aber kreativ arbeitet: ich verspreche der Beitrag wird euch Mut geben, mit Wärme füllen und ist vielleicht sogar genau die Ablenkung, die eure aktuelle Kreativsperre auflöst. Danach kommen wir zurück zu Jesse Schell.

Wer Englisch versteht, dem rate ich die deutschen Untertitel auszuschalten, damit sie nicht von Elizabeth’s Gestik und Aura ablenken (springe zu 5:50 wenn du den Bezug zum persönlichen Leben von Gilbert skippen willst).

Parallelen bei Jesse Schell – der stille Partner

game_designZur beruflichen Weiterbildung lese ich gerade „Die Kunst des Game Designs“ von Jesse Schell, nachdem Jesse mich mit seinem Talk auf der DICE 2013 einmal mehr begeistert hat (time travel: Link zu meinem Post von seinem Talk 2010). Ich habe ein informatives, aber eher trockenes Buch erwartet (falsch, der Schreibstil ist kumpelhaft, der Inhalt aber fundiert und präzise), und wurde plötzlich auf Seite 106 von dem Kapitel „Ihr stiller Partner“ überrascht.

Whoot? Jesse Schell, aus der Sicht des Game Designers, teilt die Ansicht von Elizabeth Gilbert betreffend den Ursprung der menschlichen Kreativität und Inspiration, nur platziert er ihren Sitz im menschlichen Unterbewusstsein, nicht als eine ungreifbare Entität außerhalb des eigenen Seins. Das mag auf den ersten Blick grundverschieden wirken, aber denken wir einmal darüber nach, was das Unterbewusstsein für uns Menschen ist: zwar ein Teil von uns, aber doch ein ungreifbarer, schwer begreiflicher Komplex, kaum zu erklären, definitiv existent, und zudem Quelle für kreative Ergüsse und Ideen – auch wenn den Meisten unter uns dies nicht bewusst ist (hence the name?).

Entität der Muse = der innere Dämon?

Gilbert’s Muse wie auch dem Unterbewusstsein können wir keine Befehle geben. Wir können uns ihm verweigern, sicherlich, uns sperren, aber ihm nicht entkommen. Jesse Schell aber rät in seinem Kapitel „Ihr stiller Partner“ das eigene Unterbewusstsein zu umarmen, und gibt Tips wie wir „es“ und uns selbst im Duett mit ihm besser arrangieren können, in der Hoffnung durch diese Zuwendung mehr Inspiration aus uns selbst zu erhalten. Wenn wir das Unterbewusstsein als zweites Ich in uns selbst akzeptieren, sehe ich es als das gleiche Prinzip an wie die Muse der Antike, es steht zu vermuten die Dämonen des Sokrates waren nichts anderes als sein Unterbewusstsein, nur hat er dies nicht als solches erkannt.

Die Umschreibung von Elizabeth Gilbert ist für einen Träumer schöner, realistisch betrachtet aber eher eine glorifizierte esoterische Verpackung für den Dämon in uns, das Unterbewusstsein. Der Begriff Dämon ist dabei sogar sehr treffend, interessanterweise nämlich warnt Jesse Schell in seinen Tipps auch davor, sich zu sehr den Bedürfnissen des Unterbewusstseins hinzugeben, da dies leicht destruktive Züge annehmen kann. Tell me, Obiwan… (aka no shit, Sherlock).

Ob du dich nun für das Unterbewusstsein oder das träumerische Prinzip der Muse entscheidest, ich bin wie Elizabeth fest überzeugt, die Beschäftigung mit der Entität deiner Wahl wird dir Mut und Kraft geben, auch in unkreativen Phasen an deine Kunst zu glauben.

Bogenschlag zum Game Design – Sprung zu einem kommenden Thema

Sobald ich „Die Kunst des Game Designs“ durch habe, schreibe ich ein Review dazu. Bis dahin kannst du – so Game Design dich interessiert – den Talk von Schell auf der DICE 2013 ansehen, ich rate aber dringend dazu, vorher die Rede von 2010 zu schauen (Link unter dem Video):

Link zum Jesse Schell Beitrag von 2010.

Ich wünsche euch allen ein fruchtbares Miteinander, ob mit der Muse oder dem inneren Dämon!

 

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