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Imperial Propaganda: Allods Cash Shop

Fair oder überteuert?

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Seit dem 04.03.2010 ist der Cash Shop von Allods Online in der europäischen Version, zwar noch nicht voll bestückt (z.B. Wasser des Todes fehlt noch), dafür aber voll funktionsfähig. Trotz der Skandale, die die US Version mit ihrem Cash Shop in den Wochen zuvor produziert hat, hält sich die Community im europäischen Feedbackforum sehr bedeckt mit ihren Urteilen über die Preise in Europa. Diese sind auch eindeutig moderater gehalten als jene der ersten Cash Shop-Ausgabe in Nordamerika.

Nach meinem wochenlangen Schweigen in Sachen Allods seit Einführung der FoD-Mechanik (ich habe tatsächlich auf die Preise in Europa gewartet), ist es nun Zeit den Cash Shop in Augenschein zu nehmen.

Wir stellen uns also die Frage: Ist der europäische Cash Shop überteuert oder fair?

Rahmen der Anschauung

Ich werde im Cash Shop (CS) kaufbare Tränke in der Kalkulation außen vor lassen, da ich sie lediglich als Ausweichmöglichkeit ansehe, schließlich kann man sowohl im Spiel als auch von Alchemisten-Spielern für Spielgold ähnlich wirkende Tränke kaufen.

Da sie noch nicht in den CS integriert sind, muss ich Erfahrungstränke auslassen, ich bin jedoch der Meinung, daß man derzeit auch ohne solche Tränke angemessen schnell levelt, wenn auch langsamer als bei anderen MMOs.

Ich erstelle eine Basis-Kostenkalkulation, welche die Nutzung von Parfüm, Runen und heiligen Runen umfaßt. Ohne den Einsatz von Parfüm ist das Endgame nicht spielbar aufgrund der “Furcht vor dem Tod”-Mechanik (siehe Forum zur Erläuterung, kein Post von mir!). Wir wollen wettbewerbsfähig bleiben mit unserem Charakter, weshalb wir um den Einsatz von Runen auf unserer Ausrüstung nicht herum kommen (gerade im PVP dürfte der Unterschied enorm ausfallen).

Als Bezugspunkt wähle ich den Platzhirsch der MMO-Szene: WoW. Da jeder Spieler seine eigene Vorstellung von billig oder teuer haben dürfte, brauchen wir eine Konstante zum Vergleich. Die monatliche Gebühr für ein P2P-Spiel wie WoW ist dazu am Besten geeignet. Wir werden aber auch Vor- / Nachteile von P2P und F2P weiter unten am Rande der Kalkulation mit erwähnen, um sie als Bestandteil unserer Meinungsbildung verfügbar zu haben. Von einem Vergleich mit anderen F2P-Titeln wie Runes of Magic nehme ich Abstand, da die Kostenvarianz bei verschiedenen Titeln zu vielfältig, und etwa das genannte RoM als Geldgrab zu sehen ist (meine subjektive Ansicht, bemüht Google und macht euch selbst ein Bild).

Spielzeit

Für die Berechnung gehe ich von einer Spielzeit von 15 Stunden pro Woche aus, also genug Zeit für 2 Raids pro Woche zu 4-5 Stunden und einigen Stunden für PVP und normale Instanzen. Das entspricht meiner Spielzeit zu ehemaligen WoW-Raidzeiten (z.B. in Burning Crusade). Zusätzlich rechne ich mit einer Wochenspielzeit von 10 Stunden für Wenigspieler, die dennoch an Raids oder anderem Endgame-Content teilnehmen wollen. Spielzeiten von 2-8 Stunden pro Woche schließe ich aus, da wir nach eingehender Beratung in meinem Freundeskreis der Meinung sind, daß ein solcher Wenigspieler kaum bereit sein wird, verstärkt Geld in den Ausbau seiner Runen zu stecken und auch weil wir 10 Stunden / Woche Spielzeit ansetzen, um wirklich etwas in einem MMO zu erreichen (sinnvoller Raidprogress etc.).

Ich möchte in dieser Betrachtung einen Zeitraum von einem Jahr ansetzen. Zum einen, weil unser Bezugspunkt WoW einmal jährlich eine Erweiterungsbox veröffentlicht (sprich der jeweilige neue Kontent muss ca. ein Jahr für Beschäftigung sorgen), zum anderen weil wir einen sinnvollen Zeitraum benötigen, auf den wir die Kosten für das Aufstufen eurer Runen bei Allods verteilen können. Natürlich mag es sein, daß einige Spieler bereits nach Monaten das Spiel wechseln, wer jedoch Allods mit all seinen Möglichkeiten ausspielen will, sprich Geld für Runen aufwendet, sollte sich über die Dauer seiner Spielzeit vorher Gedanken gemacht haben, um nicht sinnlos Geld zu versenken. Desweiteren bin ich der Meinung, Allods muss die Qualität aufweisen für mindestens ein Jahr Spaß zu bieten, da ich persönlich ansonsten nicht bereit bin größere Beträge in meine Charaktere zu investieren.

Kosten für unser P2P Beispiel WoW

Die Anschaffung des Spiels bei einem Neueinstieg derzeit kostet:
Battlechest (WoW + Burning Crusade) via Amazon.de 18,99 €
Wrath of the Lich King Expansion via Amazon 21,99 €

Als Goodie dazu nehmen wir eine Namensänderung, schließlich soll der Service-Shop von Blizzard auch bedient werden – macht zusätzliche 8 €.

Wir rechnen weiter mit den monatlichen Kosten von 12,99 € für ein Jahr, das sind insgesamt 142,89 € (11 Monatsraten plus der Freimonat bei Registrierung). Wir wählen dabei die Rate für ein monatliches Abo, weil wir einen Vergleich zu einem free to play MMO ziehen wollen und deshalb dem Spieler die Möglichkeit offen halten, jederzeit direkt zu kündigen ohne weitere Kosten.

In Summe kommen wir damit auf 191,87 € für ein Jahr sorgenfreies Spiel in World of Warcraft, oder – wenn wir die Anschaffungskosten der Boxen und die Servicenutzung auf alle 12 Monate verteilen – auf 15,98 € pro Monat.

Zur Fairness muss ich anmerken, daß man damit zwar unabhängig von seiner Spielzeit fixe Kosten jeden Monat hat, aber dafür auch Mitglied ist in einer gewaltigen Community, ein brilliant umgesetztes Spiel vorgesetzt bekommt und weitaus mehr Spielkontent verfügbar ist, als Allods Online derzeit bieten kann.

Kosten für Allods Online (F2P plus Cash Shop)

1. Parfümkosten (zum FoD-Debuff auflösen):
Wir gehen im ersten Spielmonat davon aus, daß ein Neueinsteiger das Spiel ersteinmal ausgiebig testet und sich mindestens 30 Tage Zeit läßt, bevor er Geld in den Cash Shop investiert. Das entspricht dem Freimonat, den jeder neue Spieler bei den üblichen P2P MMOs erhält. Danach dürfte der Hauptcharakter zwischen Level 32-35 stehen, womit er wenigstens in Instanzen aufgrund der “Furcht vor dem Tod”-Mechanik Parfüm einsetzen wird. Zwanzig davon bekommt man auf Level 15 geschenkt und bis Level 40 kann man noch sparsam mit dem Parfüm umgehen, weshalb wir auch den zweiten Spielmonat noch mit nur halben Kosten für Parfüm einrechnen, das ergibt:
bei 15 Stunden / Woche: 6 €
bei 10 Stunden / Woche: 4 €.

Danach folgen 10 Monate mit vollen Parfümkosten:
bei 15 Stunden / Woche: 12 €
bei 10 Stunden / Woche: 8 €.

Ergibt gerechnet auf ein Jahr:
bei 15 Stunden / Woche: 126 €
bei 10 Stunden / Woche: 84 €.

2. Einkauf aus Bequemlichkeit:
Wir kaufen uns nach dem ersten Spielmonat die Erweiterung für die Tasche zu 4,50 €, das sind zwar nur 6 Taschenplätze mehr, aber die Kosten dafür sind durchaus vertretbar. Weitere Goodies wie etwa ein Mount oder andere Spielereien (vanity items) können wir leider nicht mitrechnen, da sie im Cash Shop noch nicht verfügbar sind.

3. Heilige Runen:
Die heilige Rune erhöht die Stufe eures Schutzpatrons bzw. eures Sternzeichens, was in direktem Zusammenhang mit der Verwendung von Parfüm steht. Das Parfüm nämlich entfernt nicht nur den “Furcht vor dem Tod”-Effekt (bzw. auch: verhindert ihn solange aktiv), sondern gibt euch außerdem einen Buff (mehr Leben, mehr Mana, Schutz vor CC) – und zwar abhängig von der Stufe eures Schutzpatrons, sprich je höher dessen Stufe, desto mehr Boni ergibt die Parfümnutzung.
Anmerkung: manche Quellen behaupten auch, eine höhere Stufe erweitere nur den Umfang der Parfümboni (d.h. mehr als die 3 genannten Effekte). Wie dem auch sei: der Schutzpatron übt einen starken Einfluß auf die Macht eures Charakters aus.

In Russland gibt es zur Zeit 4 Stufen für euren Schutzpatron, im deutschen Cash Shop ist aber nur die Rune für Stufe 2 zu 7 € erhältlich. Wir rechnen dennoch mit dreimal 7 €, denn übers Jahr werden die fehlenden Stufen sicherlich integriert. Ergibt Kosten von 21 €.

4. Runen zur Aufwertung eurer Ausrüstung:
Es gibt 6 Gegenstände, die mit Runen belegt werden können, wobei 3 Slots offensiv sind (Schadenserhöhung; Nah- und Fernkampfwaffe, Schultern) und 3 defensiv (Schadensminderung; Helm, Rüstung, Hose). Jede Rune beginnt auf Stufe 1 und kann bis Stufe 10 ausgebaut werden, wobei die Kombination von zwei Runen derselben Stufe eine Rune der nächsthöheren Stufe ergibt.
Beachte: mir ist zur Zeit keine Möglichkeit bekannt, Runen über der Stufe 1 ohne Goldaufwand zu erfarmen. Selbst Dropgegenstände auf Level 40 sind mit Stufe 1 Runen besetzt, wobei ich natürlich Raiddrops nicht beurteilen kann.

Ich erspare euch die Kombi-Kalkulation, für eine Rune auf Stufe 10 ausgehend von Stufe 1 Runen benötigt man exakt 764 Kombinationsvorgänge. Jeder Vorgang verbraucht 10 Kristallsplitter aus dem Cash Shop, wir wählen das Paket mit 50 Splittern, also das derzeit Größte, zu 2,50 €. Das sind bei 764 Vorgängen stolze 382 €. Durchatmen. Für eine Elite-Roxxor-Maxlevel-Rune zahlt man ergo schon deutlich mehr als für ein Jahr WoW zocken im Rundum-Paket. Die zusätzlichen Spielgold-Aufwendungen habe ich dabei außer Acht gelassen, sie bedeuten nur Farmzeit.

Wir treten einen Schritt zurück und werden realistischer. Ab Stufe 7 steigt die Anzahl der notwendigen Kombinationsvorgänge zum Erhalt der nächsten Stufe extrem an, hier die Übersicht je für 1 Rune:
Stufe 5 – 23 Kombinationen
Stufe 6 – 47 Kombinationen
Stufe 7 – 95
Stufe 8 – 191
Stufe 9 – 382
Stufe 10 – 764

Man kennt ein solches System aus Runes of Magic (dort ist die Kostenkurve noch steiler). Wir akzeptieren also: Stufe 10 Runen sind für Normalspieler unerreichbar teuer, nur reiche Verrückte werden soweit gehen. Laut meiner Recherche (USA & RU Forum) ergibt eine Stufe 10 Rune eine Steigerung von 10%, zwei Stufe 6 Runen sollten also auch ca. 10% Steigerung ergeben bei erheblich geringeren Kosten.

Rechnen wir einfach einmal eine Stufe 6 Rune aus: 23,50 € – klingt schon viel eher erschwinglich. Eine Rune der Stufe 7 schlägt dagegen schon wieder mit 47,50 € zu Buche, eine 8er mit 95,50 €.

Mit den erwähnten Stufe 6 Runen sind wir rein bonitechnisch gesehen sehr sehr gut im Spiel, da bei den nach Stufe 5 extrem steigenden Kosten kaum ein anderer Spieler zugreifen wird, die Zahl derer, die wirklich soviel Geld ausgeben, dürfte so gering sein, daß wir höchst selten solch einem Spieler als Gegner gegenüber stehen.

Das wäre bei einem vollen Satz Runen der Stufe 6 (6 Stück zu 23,50 €) insgesamt 141 €.
Zum Vergleich die höhere Variante mit Stufe 7 Runen ergibt: 285 €.

5. Gesamtkosten für 1 Jahr Allods:
a) bei 10 Stunden / Woche Spielzeit:
Parfüm + heilige Runen + Tasche + Stufe 6 Runen auf allen 6 Slots: 250,50 €, oder monatlich: 20,87 €

b) bei 15 Stunden / Woche Spielzeit:
Parfüm + heilige Runen + Tasche + Stufe 6 Runen auf allen 6 Slots: 292,50 €, oder monatlich: 24,38 €

Zu beachten ist hierbei, wenn ihr die monatliche Rate betrachtet, daß die Runenkosten über alle 12 Monate hinweg verteilt sind, d.h. erst im letzten Monat des Jahres ist euer Equip voll mit den Runen besetzt. Bereits die 10 Stundenvariante mit Stufe 6 Runen ist etwa vier Euro teurer als die Monatskosten von WoW – und dort habt ihr von Anfang an die volle Funktionalität und bei Teilnahme an den entsprechenden Raids sicher Monate vor Ende des einen Jahres das beste Equip. Bekommt ihr dagegen bei Allods ein neues Item, müßt ihr die tolle Rune entfernen, wobei sie eine Stufe verliert, was neue Kosten bedeutet.

Fazit der Rechnung

Eindeutig ist: Will man in Allods bei den Top-Playern mitspielen (sprich Stufe 6 oder 7 Runen sein Eigen nennen), ist man teurer unterwegs als mit einem P2P-Spiel und zwar im Top-Spot (15 Stunden / Woche; Stufe 6 Runen) um etwa 8 €! Mit dem Nachteil, diesen Top-Spot bei Verteilung der Kosten übers Jahr erst gegen Ende des Jahres inne zu haben (oder die Runenkosten ansetzen für die entfallenen Spielboxkosten, WoW hat schließlich auch hohe Startkosten wegen der Box!), mit dem Vorteil jederzeit aussteigen zu können (F2P, keine Bindung). Und die Monatskosten von WoW erhöhen sich natürlich um 1-3 Euro, wenn man früher als nach einem Jahr aussteigt, wiederum wegen der Boxkosten.

Kommen wir nochmal zu Feinheiten, denn wir wollen Allods eine faire Chance einräumen. Dafür gibt es diverse Möglichkeiten:
a) Wir spielen neben Raids und anderem Endkontent viel, aber nur zum Farmen von Gold, ohne Einsatz von Parfüm. Mit diesem Gold kaufen wir Goldstaub, der die Kristallsplitterkosten von Runenkombinationen senken kann. Damit kommen wir bei 6 Runen der Stufe 6 und einer Senkung auf 7 statt 10 Kristallsplitter pro Vorgang auf 98,70 € statt 141 €, mit allem verrechnet dann auf monatlich 17,35 € / 20,85 € bei 10 / 15 Stunden Endcontent plus X Stunden Farmen. Dafür muss ich aber pro Kombination 13,50 Spielgold erfarmen, das sind dann doch starke 3807 Spielgold. Plus ca. 300 Spielgold, die ich ohnehin haben muss.

b) Eine weitere Variante wäre der Einsatz von weniger Runen als den vollen 6 Slots. Für einen Damagedealer wäre es z.B. denkbar nur die drei Schadensrunen zu kaufen und den verminderten Schutz (Fehlen der Schutzrunen) durch geschicktes Spiel / hohe Beweglichkeit auszugleichen.

c) Die dritte Variation umfaßt Genügsamkeit. Wir nutzen Runen nur bis Stufe 4 oder 5 und begnügen uns damit. Mehr dazu: siehe Schlußkommentar.

Schlußkommentar

Nehmen wir die Schockwelle etwas zurück. Auch wenn es nicht so aussieht auf den ersten Blick, sind die Preise im Cash Shop meiner Ansicht nach in einem fairen Rahmen. Betrachtet bitte nocheinmal die obigen Rechnungen. Wir sprechen dort von einer sehr professionellen Spielvariante, etwa in der Kante eines P2P-Hardcore-Spielers, ohne eventuelle Urlaubs- und Pausenzeiten zu berücksichtigen, unter starker Nutzung des Cash Shops (in Bezug auf Runen). Trotz dieser elitären Spielweise ist die teure “Stufe 6 Runenvariante” lediglich 8 € im Monat teurer als die Monatskosten von WoW. Gerade im Vergleich zu anderen F2P Spielen ist das sehr günstig! Und seien wir ehrlich: die große Masse von euch Spielern da draußen gehört nicht zur Hardcore-Fraktion. Und wenn ihr doch dazu gehört, dann seid ihr ein typischer Flatrate-Kunde, ich will sagen, wenn man das Spielen mit eurem Handy-Vertrag vergleichen würde, dann sind die Hardcorezocker sozusagen Vieltelefonierer – und wären dumm einen “pay as you go – Vertrag” abzuschliessen statt einer unbegrenzten Flat. In unserem Fall bedeutet dies: typische P2P Kunden.

Aus dieser Erläuterung resultiert mein Rat an alle Spielestudios, die moderne Bezahlsysteme implementieren wollen: “Wenn ihr das gesamte Kundenspektrum abdecken wollt, dann bietet F2P plus Cash Shop und alternativ eine P2P (Flatrate) – Bezahlvariante. Sonst schwimmen immer ein paar Fische an euren Netzen vorbei.”

Zurück zum Thema:
Rein vom geschäftlichen Standpunkt ist es klug, seinen Cash Shop bis zu einer gewissen Grenze nach oben offen zu halten. Dies wurde im vorliegenden Fall von Allods Online getan. Dabei geht man davon aus, daß nur sehr wenige Spieler so tief einsteigen und setzt die Preise natürlich etwas höher an. Die große breite Masse wird sich – so das Spiel qualitativ hochwertig genug  ist – etwa in der Mitte einpendeln. Eine weitere Minderheit kauft entweder nur sporadisch oder niemals. Das entspricht der gaußschen Normalverteilung.

Die Quintessenz des ganzen Vortrags ist: der normale MMO-Gerd wie du und ich wird vielleicht viele Stunden spielen, aber bei einer gewissen Kostengrenze dichtmachen. Deshalb rechnen wir jetzt abschließend nocheinmal für Joe Sixpack und Otto Normalverbraucher. gPotatoe wäre vom geschäftlichen Standpunkt gesehen recht beschränkt (sry to say – just my 5 cent!), wenn der gute Otto keine Chancen im Endgame hätte, denn dann würde ihnen nach und nach die breite Playerbase wegfallen, jene ca. 70-80% Spieler, die ein MMO zum Überleben braucht.

Here we go! Wir rechnen 15 Stunden pro Woche (jeah viel Zocken!) plus Tasche plus heilige Runen plus 6 Runen auf Stufe 5: (126 € + 4,50 € + 21 € + 69 €) / 12 Monate = 18,37 €, also 2,30 € teurer als P2P. Beschränkt ihr euch auf 4 Runen statt 6, sind wir bei 16,45 €, ergo 47 Cent teurer.

Jetzt wirds interessant! Da die Stufe 1 Grundlage ist, zählt sie für den quasi Mittelwert nicht mit, wodurch die Spitze der gaußschen Normalverteilung über den Daumen zwischen Stufe 4 und 5 liegt. Wollen wir also dort mitspielen, wo generell auch unsere Gegner stehen, kann uns Stufe 4 auf allen Teilen genügen (oder eine kluge Kombination von 5ern und 3ern? Je nach Präferenz und Klasse?).

Also: 15 Stunden / Woche plus Tasche plus heilige Runen plus 6 Runen auf Stufe 4: (126 € + 4,50 € + 21 € + 33 €) / 12 Monate = 15,37 €, also 0,61 € billiger als P2P.

Jetzt denken wir weiter: ich spiele manchmal garnicht, wegen Urlaub, einer Pause, Stress im Beruf. Ich spiele manchmal weniger als 15 Stunden pro Woche (z.B. wegen wife aggro!). Oder ich spiele nicht die vollen 15 Stunden Endgamecontent, wodurch ich Parfüm spare (weil ich einen Twink levele, meinen Beruf steigere,  mit meinem Astralschiff das All erkunde, etc.). Alles sehr wahrscheinlich!

Ergebnis: solange ich mich selbst im Griff habe, mit den Runen nicht übertreibe und / oder meine Spielzeit auf ein vernünftiges Maß begrenze, wird Allods Online als F2P mit Cash Shop günstiger als ein Abo bei einem P2P Spiel. Extremzocker oder Menschen, die leicht einem Kaufrausch erliegen, sind allerdings im P2P Sektor besser / günstiger / sicherer bedient.

Mein Urteil lautet: Fair.
Mit oben genannten Einschränkungen und unter der Vorraussetzung, daß der Endcontent viele Monate lang Spaß macht – was jeder für sich beurteilen muss…
Einwurf: das Parfüm ist dennoch zu teuer – wo bleibt Platz für Spontankäufe? Das Mount? Vanity-Krimskrams? Und wie finanziere ich meinen Zweitcharakter???

P.S. Details zu den Varianten aus dem Fazit, wie man Kristallsplitter einspart durch Goldstaub und welche Auswirkungen die Vergünstigungen beim Sofortkauf von vielen gPotatoe-Punkten bringen (bis zu 20% Prozent mehr sparen, siehe gPotatoe-Währungsumtausch), möchte ich im Folgepost in den kommenden Tagen ausführen.

So lange viel Spaß beim Zocken und Überlegen, ob Allods für eure Spielweise günstig oder teuer ist – denn beides ist möglich!

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6 Responses to “Imperial Propaganda: Allods Cash Shop”


  1. Roland
    on Mar 11th, 2010
    @ 14:26

    Nachtrag:
    Ich möchte hier nochmals betonen, daß dieser Post keinesfalls meine Ansicht über richtig / falsch bezüglich des Allods Cash Systems ausdrücken soll.

    Ich halte nämlich die Lösung betreffend die “Furcht vor dem Tod”-Mechanik, den Zwang zur Parfümnutzung, nicht für eine gute Entscheidung.

    Die weitere Ausbreitung dieses Standpunkts ist aber nicht Aufgabe des obigen Blogeintrags.


  2. Daffne
    on Mar 17th, 2010
    @ 02:29

    Sehr gut durchgerechnet achja und dem;

    “Aus dieser Erläuterung resultiert mein Rat an alle Spielestudios, die moderne Bezahlsysteme implementieren wollen: “Wenn ihr das gesamte Kundenspektrum abdecken wollt, dann bietet F2P plus Cash Shop und alternativ eine P2P (Flatrate) – Bezahlvariante. Sonst schwimmen immer ein paar Fische an euren Netzen vorbei.”

    stimme ich 100%ig zu.


  3. Roland
    on Mar 20th, 2010
    @ 16:41

    Update: neue Items im Shop, z.B. respec-Tränke und ganz neu auch größere Bankfächer.

    *hust* Leider ganz schön teuer: Wasser des Lebens (extrem überzogen für den Effekt), großes und kleines Bankfach (beide 3-4 € zu teuer).

    Schade schade, das Spiel scheint sich doch eher in die überteuerte Richtung zu entwickeln…


  4. Ramoniac
    on Mar 23rd, 2010
    @ 06:08

    Sachde, indeed. Es deckt sich zwar mit meinen Erwartungen / Befürchtungen, macht die Sache als solche aber nicht besser, grade weil das Game wirklich Potential hat.

    Und ein seriöses Unternehmen sollte sich auch nicht zu nem Cash shop hinreißen lassen.
    Evtl stundenweise abrechenbares Zeitkontigent für Wenigzocker, welches man fix in der Accountverwaltung aufladen kann, sollte man denn ma die Session ausdehnen wollen. Ja .. why not …aber keine Booster Items für echtes Geld.

    Wobei sich mir persönlich die Frage stellt, wieso dann überhaupt ein MMO zocken wenn man eh keine Zeit dafür hat.
    just my 2cents


  5. Genious
    on Apr 5th, 2010
    @ 05:49

    Man kann aber bei so einem Spiel im Vergleich zu WoW spielen, seinen Char auf 40 abstellen, alles gesehen haben und dann für sich das Spiel als “durchgespielt” abhaken ohne einen cent dafür gezahlt zu haben. so einfach ist das. Esseiden, man ist dann schon abhängig davon… also ich hatte nen 40er Char und jetzt hab ich kein Allods mehr aufm Rechner. Hat aber Spaß gemacht


  6. Roland
    on Apr 5th, 2010
    @ 14:50

    @ Genious:
    Ist immer die Frage, was man möchte. Ich spiele MMOs eher deshalb, weil ich möglichst lange bei einem Spiel bleiben will, in eine nette Gilde, in einen guten Raid etc., die Gemeinschaft ist wichtig, das Zusammenspiel. Und da liegt der Haken: ohne großes Bankfach & Tasche usw. einfach unbequem bei Allods.

    Das problem ist auch nicht unbedingt der Gesamtpreis, den ich zahlen müßte, sondern die Preispolitik, die immer mehr offensichtlich wird (siehe neue 12er Tasche) und auch die mangelnde Offenheit z.B. im Forum.

    Um eine “Story” zu spielen oder etwas ganz neues zu sehen greife ich lieber zu einem Soloplayer-Titel. Schlichtweg mehr Tiefe.

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